Wir lagen vor Madagaskar


Deutsches Seemannslied, verfasst von Just Scheu 1934


Quellen (siehe Legende): A1: S. 82, Bau: S. 81, H1: S. 136, H2: S. 225 (Marschlied F-Dur)


Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord. In den Kübeln da faulte das Wasser und täglich ging einer über Bord. Ahoi! Kameraden.


Ahoi, ahoi, leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl. Ja, wenn das Schifferklavier an Bord erklingt, ja, dann sind die Matrosen so still, ja so still, weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt, die er gerne einmal wiedersehen will, und sein kleines Mädel, das wünscht er sich her, das zu Haus so heiß ihn geküsst und dann schaut er hinaus auf das weite Meer, wo fern seine Heimat ist.


Wir lagen schon vierzehn Tage, kein Wind in den Segeln uns pfiff. Der Durst war die größte Plage, dann liefen wir auf ein Riff.


Ahoi! Kameraden. ...


Der Langhein der war der erste, der soff von dem faulen Nass. Die Pest, die gab ihm das Letzte und wir ihm ein Seemannsgrab.


Ahoi! Kameraden ...


Und endlich nach 30 Tagen, da kam ein Schiff in Sicht, jedoch es fuhr vorüber und sah uns Tote nicht.


Ahoi! Kameraden ...


Kameraden, wann sehn wir uns wieder, Kameraden, wann kehren wir zurück und setzen zum Trunke uns nieder und genießen das ferne Glück.


Ahoi! Kameraden ...


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Erstellt am 9. März 2026